Guide Manfred
Canyoning Team Allgäu Guide

Guide bei der Arbeit

Nun bin ich selber schon recht viele Jahre ohne Unterbrechung als Canyoning-Guide in den Schluchten unterwegs und frage mich immer wieder, wenn ich die alten Hasen oder die Nachwuchsguides sehe, ob sie sich jemals Gedanken gemacht haben, welchen Guide-Typ sie verkörpern.

Es ist schon möglich, dass viele gar nicht wissen, das es verschiedenen Typen gibt, das lässt sich mit diesem kleinen Beitrag einfach ändern.   Natürlich ist diese Aufzählung nicht vollständig, vielleicht fällt jemandem noch ein weitere Typus ein?  Den kann er mir dann sehr gerne einfach zusenden und ich nehme ihn in die aktuelle Liste auf. ( Satire)

Der Vollzeit-Guide
Er arbeitet in der Regel 5-7 Tage in der Woche. wenn er das tatsächlich durchgehend an sieben Tagen in der Woche tut, dann ist es ein Voll-Vollzeit-Guide, der schon das Gefühl für die Arbeit verloren hat. Denn schon in der Bibel stand, dass man zumindest am siebten Tage ruhen soll. Wer das nicht tut baut sich in diesem Job irgendwann eine automatische Ruhepause ein – im schlimmsten Fall die „Ewige“.

Der Teilzeit-Guide
Dieser arbeitet neben einem „geregelten“ 40 Stunden Job an den Wochenenden noch täglich in den Schluchten, damit er berufliches und privates unter einen Hut bekommen kann. Irgendwann bemerkt er, dass Canyoning-Guide doch auch eine Arbeit ist und wenn man es als Hobby betreibt, sollt man die Gäste weglassen, für die man die Verantwortung übernimmt.

Aus diesen beiden Typen rekrutieren sich bestimmte Untertypen:

Der besonnene Arbeiter:
Er weiß dass er mit einer Tour am Tag, die er gut bedienen kann selber am besten bedient ist. Er kommt pünktlich zum Treffpunkt, ist ordentlich vor, während und nach der Tour und freut sich nach getaner Arbeit auf den Feierabend im Kreis seiner Lieben. Unspektakulär.

Das Arbeitstier:
Er ist schon weit vor der Tour da, übernimmt am liebsten gleich alle Aufgaben die für die kommenden Wochen anstehen und erledigt diese an einem Tag. Das kann verschiedene Ursachen haben. Entweder er ist Chef eines eigenen Unternehmens oder er ist Erntehelfer für einen Unternehmer, der gern die Verantwortung abgibt und dafür lieber das Geld der Kunden zählt, die gerade  bei Wind und Wetter mit dem Arbeitstier unterwegs sind.

Der Spaßvogel:
Ein nicht endender Quell guter Laune – jeder Tag ist ein Sonnentag, auch wenn es gerade in strömen regnet und einem der Anzug am Körper anfriert. Alle zwei Minuten einen Scherz auf den Lippen über den er selber am lautesten Lacht. Geschuldet ist das entweder einer natürlichen, unverdorbenen Heiterkeit oder dem Konsum von Rauschmitteln in zu großer Menge – am besten noch direkt vor einer Tour.

Der Ahnungslose:
Er weiß zwar zu keinem Zeitpunkt wirklich was er macht, er weiß aber unbedingt, dass er Canyoning-Guide sein will. Mangelndes Wissen über Knoten und Sicherungsgeräte macht er mit einer Redegewandtheit wett und verlässt sich darauf, dass wenn die Tour fertig ist und nichts geschehen ist, ihm die Bewunderung seiner ahnungslosen Gäste wieder sicher sein wird.

Der Perfektionist:
Nach der Tour ist vor der Tour, jeder falsche Schritt wird im nachhinein analysiert und bei kommenden Touren verbessert. Diskussionen mit Ihm sind schlichtweg für die Katz, da er eh alles besser weiß. In seinen Augen ist er der beste Rucksackstopfer, Abseiler, Schwimmer, Springer, Redner – alles andere sind Luschen. Auch die Gäste, die ohne Ihn nicht mehr am Leben wären.

Der Animateur:
Er gehört zu den lautesten in der Schlucht, quasi die Jane Fonda unter den Canyoning Guides. Jeder Schritt, jeder Sprung alles wird angezählt und kommentiert. Eine Canyoningtour besteht aus stundenlanger Motivation jedes einzelnen Gastes, auch wenn gerade keine Motivation notwendig ist – egal. Bei ihm muss das Naturerleben einfach etwas zurückstecken.

….. für heute reicht das auf jeden Fall einmal, in den kommenden Wochen gehe ich noch auf den stillen Genießer und den Angsthasen nicht zu verwechseln mit dem alten Hasen ein.

Wenn bis dahin noch einige weitere Subtypen von Euch vorgeschlagen und beschrieben werden, dann nehme ich die gern mit auf.

Bis bald, Euer Jonny!

23.10.2015 Die Fortsetzung:

So mancher hat sich bisher sicherlich gedacht, was kommt den jetzt noch? Was beschreibt den stellen Genießer und was Angsthasen usw.? Hier ein paar mögliche Eigenschaften.

Der stille Genießer:
Als Guide ist er sicher die richtige Wahl, wenn man als Teilnehmer nicht vollgequatscht werden will. Er sagt nur das nötigste, die Einweisung lässt er von einem Gast vorlesen und während der Tour ist er mit sich und seinen Knoten so beschäftigt, dass die Welt um ihn herum nicht existiert. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte, daher werden alle Aktivitäten mit Blicken angesagt, misslungene Aktivitäten mit dem Verdrehen der Augen kommentiert und wenn die Augen dann mal ganz geschlossen werden, na dann gute Nacht!

Der Angsthase:
Ist nicht durch einen besonders flauschigen Haarwuchs gekennzeichnet, sondern durch die Schweißperlen, die ihm von Anfang bis Ende der Tour auf der Stirn prangen. Manchmal begleitet da ein durchgehendes Zittern der Extremitäten. Er schaffte es trotz kühner Worten die Gäste nicht wirklich davon zu überzeugen, dass sie ihm trauen können und ist selber immer am glücklichsten, wenn die Tour vorbei ist.

Der alte Hase – Kinder bitte weghören:
Als männlicher Guide auch der erfahrene Rammler genannt.  Canyoning ist die schönste Nebensache, neben seiner eigentlichen Lieblingsbeschäftigung – der wiederholten Kopulation. Er nutzt seinen Beruf dazu möglichst viele Bunnys kennen zu lernen, mit denen er seine Knotentechnik verfeinern kann. Im Winter ist er oft als Skilehrer tätig.

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